Pascal

Pascal

Autor | Fotograf | Spaßvogel

- In Memorandum: Photokina -


Die Photokina. Damals, als wir noch jung waren, sind wir morgens mit dem Nachtzug vom Oktoberfest in München wiedergekommen, nur um wenige Stunden später und völlig entkräftet (Nein Moment – damals waren wir ja noch jung und knackig), einen ganzen Tag lang über die Photokina zu marschieren. Unvergessen. Fast Forward Past Pandemia und die Photokina hat ihre Pforten voraussichtlich für immer geschlossen. Zumindest lautet die offizielle Sprachregelung, dass mit den aktuellen Ungewissheiten keine seriöse Planung mehr möglich sei. Man darf ja nicht vergessen, dass es hier um hunderte von Verträgen mit Herstellern aus der ganzen Welt geht, die nicht mehr bereit sind, die entsprechenden (Buchungs-)Risiken auf sich zu nehmen.

So viel zur so genannten »neuen Normalität«.

Die Photokina

Nun ist es natürlich nicht alleine dem Versagen unserer politischen Elite zu verdanken, dass die Messe so nicht mehr stattfinden oder geplant werden kann. Tatsächlich hatte es sich schon länger abgezeichnet. Viele Messen wurden gekürzt oder zusammengestrichen – eine Folge des Internetzeitalters. Es braucht nicht mehr die ganz große Bühne, um Highlights zu präsentieren. Das können die meisten Hersteller inzwischen ganz gut online darstellen – und das zu deutlich geringeren Kosten bei gleichzeitig höherer Reichweite. Da werden für eine Produktvorstellung mal eben ein paar Millionen Zuschauer für eine Stunde oder zwei in den Bann gezogen. Besser geht es doch gar nicht. Und trotzdem wird einiges fehlen.

Kontakte

Die einen haben die Photokina einfach genutzt, um ein wenig zwischen den ganzen Neuheiten zu schlendern. Andere haben sie gerne genutzt, um mit den Herstellern in Kontakt zu treten. Mal hören, was die Angestellten von den neuen Funktionen halten. Wieder andere haben die Messe zum Netzwerken mit anderen Fotografen genutzt. Manche sind von Vortrag zu Vortrag gelaufen und waren gleich mehrere Tage auf der Messe, um so viel Inspiration wie möglich mitnehmen zu können. Und nun? Alles weg?

Scheint so. Erstmal. Es wird sich sicher ein Ersatzformat in kleinerem Stil finden. Oder mehrere. Ob sie sich werden etablieren können? Es wäre zu hoffen.

Das Ausprobieren

Neuheiten ausprobieren. Unerreichbar teure Geräte mal selbst in die Hand nehmen. Das sind Dinge, die kann kein Onlineformat dieser Welt leisten. Die kann ein lokaler Händler bieten – sofern er nach dem abermaligen Lockdown noch existieren sollte. Aber auch dann kann ein lokaler Händler einfach nicht diese Atmosphäre bieten. Fotofachgeschäfte verfügen in der Regel nur über recht kleine Verkaufsflächen. Dort geht schon einiges, aber eben nicht alles.

Und eben immer unter den Augen des Verkäufers – das muss man schon mögen. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein absoluter Fan von Innenstädten und dem stationären Einzelhandel – wenn die Waren zu angemessenen Preisen über den Tisch gehen. Doch kann ich mich nicht entspannt mit einem Produkt auseinandersetzen, wenn mir der Verkäufer im Nacken hängt.

Manche können das. Manche mögen das. Ich nicht. Ich mochte die Photokina.

Pascal

Pascal

Pascal schreibt und fotografiert für sein Leben gerne. Er ist das kreative Kind hinter diesem Blog und leiht Benji ab und an seine Stimme...

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