Pascal

Pascal

Autor | Fotograf | Spaßvogel

- Von der Schwierigkeit, schwarze Hunde zu fotografieren -

Schwarze Hunde. Selten ist der Kontrast zwischen Tageslicht und Fell größer als bei schwarzen Hunden. Das Problem an der Sache ist, dass der Fotograf (sehr vereinfacht dargestellt) entscheiden muss, ob er auf den Hund oder den Hintergrund belichten soll. Natürlich versuchen wir immer, den Hund korrekt zu belichten, aber ihr versteht das Problem.

Nicht? Oh, gut also im Detail. Belichten wir auf den schwarzen Hund, so wird der Rest des Bildes gnadenlos überbelichtet. Zumindest die hellen Stellen wie der Himmel beziehungsweise der Hintergrund, sie brennen förmlich aus. Das gilt umso mehr, je heller der Hintergrund ohnehin bereits ist. 

Belichten wir alternativ nun auf den hellen Hintergrund, so wird der schwarze Hund noch dunkler. (Wobei sich darüber streiten lässt, ob man schwarz überhaupt noch weiter schwärzen kann…). 

So scheinen jedenfalls beide Methoden allenfalls suboptimal zu sein, was schwarze Hunde angeht. Abgesehen davon, dass wir mal wieder von Extremsituationen ausgehen, zeigt sich einmal mehr, wie wichtig sowohl das Fotografieren im Rohformat (im Vergleich zu einer einfachen .jpeg Bilddatei) und damit einhergehend auch die Bildbearbeitung heutzutage geworden sind. 

Jetzt fragt ihr euch sicher, wieso die Bildbearbeitung »wichtiger« geworden sein soll, wenn die Technik doch immer weiter fortschreitet. Was auf den ersten Blick paradox klingen mag, hat einen einfachen, wenn auch technischen, Hintergrund. So ist es erst dem stets größer werdenden Dynamikumfang jüngerer Kameras zu verdanken, dass diese Extremsituationen durch entsprechende Bildbearbeitung immer besser zu »retten« sind. 

Natürlich können wir auch mit den verschiedenen Methoden zur Belichtungsmessung spielen, doch wird sich das Ergebnis in Extremsituationen wie hier – bei schwarzen Hunden in gleißendem Tageslicht – nur marginal verbessern.

Wie retten wir das Ganze nun?

Kommen wir zurück zur Bildbearbeitung. Wir machen nun also das, was euer Smartphone inzwischen von selbst macht – Wir versuchen das beste Ergebnis aus unserem Foto herauszuholen. Je nach Aufnahmesituation, Lichtverhältnis und Hund kann das zwischen wenigen Minuten und einigen Stunden in Anspruch nehmen. 

Letzteres macht natürlich nur Sinn, wenn es sich um das »Once in a Lifetime« Foto handelt, eine ganz besondere Situation also, die man so kaum nochmal antreffen wird, ein Foto, dass man im MoMA (Nein, ich rede hier definitiv nicht vom Morgen Magazin des öffentlich rechtlichen Rundfunks) ausstellen möchte.

Tatsächlich sollte man jedes Bild, das man entweder selbst verwenden möchte oder das für den Kunden bestimmt ist, nach dem Shooting einmal in Ruhe anpacken. Ich möchte behaupten: Es gibt immer etwas zu tun. Selbst bei der absolut perfekten Lichtsituation, dem schärfsten Foto, das man je geschossen hat – Plötzlich hat der Hund gut sichtbar ein Sandkorn auf dem Nasenrücken. Wie gesagt, es gibt immer etwas zu tun. Und bei schwarzen Hunden umso mehr. Natürlich darf der Kunde davon nichts merken. Kommen wir also zu Schwierigkeit Nummer zwei: 

Groenendael Louf liegt auf der Wiese

Schwarze Hunde: Fell aufhellen

Wenn wir schwarzes Fell aufhellen wollen, kommt es häufig zu mindestens einem der beiden folgenden Phänomene:

-Die Fellfarbe wird entsättigt, schwarz wirkt also eher gräulich. 

-Das schwarze Fell bekommt einen Blaustich.

Zwei neue Probleme also, die wir angehen müssen, nachdem wir eigentlich dachten, eines gelöst zu haben. So ein Ärger. Und so wird aus einer schnellen Retusche mal eben eine halbe oder ganze Stunde Arbeit, in der wir viele Stellschrauben anpacken, Varianten miteinander vergleichen müssen und versuchen, das bestmögliche Ergebnis rauszuholen.

 Aber keine Sorge, andersfarbige Hunde haben auch so ihre Tücken und benötigen selten weniger Zeitaufwand bei der Retusche. Doch dazu in einem weiteren Beitrag mehr.


Pascal

Pascal

Pascal schreibt und fotografiert für sein Leben gerne. Er ist das kreative Kind hinter diesem Blog und leiht Benji ab und an seine Stimme...

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