Pascal

Pascal

Autor | Fotograf | Spaßvogel

- Warum die Sonne der Feind des Fotografen ist -

Die Sonne ist schön. Wir alle lieben sie. Na ja die meisten jedenfalls. Gut, man sollte nicht unbedingt hinein gucken (Galileo Galilei lässt grüßen), aber es ist doch so: An einem sonnigen Tag, und es kann dabei noch so kalt sein, geht es den meisten Menschen irgendwie besser. Nicht, dass es uns sonst schlecht gehen würde, doch fühlen wir uns an einem schönen Tag noch wohler in unserer Haut, das Leben ist einfach besser.

Doch jetzt kommt der entscheidende Punkt aus Fotografen Sicht – und das ist wichtig zu verstehen, wenn ihr ein Shooting bucht. Es spielt dabei keine Rolle, ob es um ein Hunde- oder ein Porträtshooting geht. Ja selbst ein Objektshooting profitiert nicht unbedingt von der Sonne.

Die Sonne kann uns Fotografen die Arbeit echt schwer machen. Natürlich nicht immer, und versteht das bitte nicht als jammern. 


Zunächst einmal müssen wir ein paar Begriffe klären.

Gegenlicht bedeutet, dass das Model die Sonne im Rücken hat und der Fotograf in Richtung der Sonne fotografiert. So grob jedenfalls.

-Als Streiflicht bezeichnen wir ein Licht, bleiben wir ruhig bei der Sonne, das seitlich auf das Modell fällt.

-Beim Frontallicht (ich weiß gar nicht, ob das wirklich so heißt…) guckt nicht der Fotograf, sondern das Model in die Sonne. Oder zumindest in Richtung Sonne. Dieses Mal hat der Fotograf die Sonne im Rücken.


Um eines gleich Vorweg zunehmen: Alle drei Arten haben durchaus ihre Vorzüge, alle drei Arten lassen sich, mit etwas Übung, hervorragend kreativ einsetzen. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Aber der Reihe nach.

Achtung: Es folgen unbearbeitete Fotos, die die jeweiligen Lichtverhältnisse aus Kamerasicht zeigen. Von der Magie bei den jeweiligen Lichtverhältnissen kann hier kaum die Rede sein.

Gegenlicht

Fangen wir mit der Gegenlichtsituation an. Wenn die Sonne vollständig auf dem Foto erscheint, ist das Model in der Regel nur als Silhouette zu erkennen. Das liegt vor allem daran, dass die helle, brennende Sonne den Kamerasensor irritiert, sich ihm quasi als Hauptmotiv aufdrängt. 
Und das selbst dann, wenn die Sonne nicht mit auf dem Foto ist. Das Model, oder das eigentliche Motiv, wird dadurch völlig unterbelichtet. (Auf dem Foto – nicht vom Intellekt her, natürlich.) Jetzt kann man manches davon mit moderner Bildbearbeitung retten – doch wird die Qualität in aller Regel stark leiden. Grundsätzlich gilt, dass sich mehr von unterbelichteten Stellen im Foto retten lässt, als von ausgebrannten (überbelichteten).

Abgesehen davon sollte man gerade bei Spiegelreflexkameras darauf achten, die Sonne eben nicht durch den Sucher sehen zu können. Schließlich wird die Sonne durch die Linsen im Objektiv gebündelt und durch den Spiegelmechanismus der Kamera gleich auf das Auge des Fotografen gelenkt. Was das für den Erhalt des Augenlichts bedeutet, weiß wohl jeder, der schonmal eine Lupe zwischen die Sonne und ein Blatt Papier gehalten hat. (Liebe Kinder: Bitte nicht nachmachen!)

Neben den genannten Nachteilen, können wir das Gegenlicht allerdings auch gezielt einsetzen, um das Motiv spannender wirken zu lassen.

Streiflicht

Kommen wir zum Streiflicht. Das Streiflicht bringt uns ein paar schöne, kreative Möglichkeiten, sollte aber auch nur in Maßen eingesetzt werden. Wenn nach einem Shooting beispielsweise 80% aller Fotos nur eine Gesichtshälfte korrekt belichtet, die andere jedoch stark unterbelichtet zeigt, dann wirkt dieser spannende Effekt schnell langweilig, nicht wahr?


Das Streiflicht kann also sehr spannend sein und eine wirklich schöne Lichtstimmung ermöglichen. Grade bei Ganzkörperportraits, oder eben bei Hunden, die in der Regel knapp über der Grasnarbe leben, birgt es allerdings die Gefahr, einen langen Schatten auf den Boden zu projizieren. Was jetzt erstmal nicht sonderlich schlimm klingt, kann auf einem Foto jedoch schnell störend wirken, da ein großer Schatten schnell vom eigentlichen Motiv ablenkt.

 

Das Frontallicht

Das Frontallicht hingegen ist das schlimmste von allen… So ein hartes, ungemütliches, widerliches Licht… Bah…

So, das musste einfach raus… Mal im Ernst, hat das Model die Sonne prall im Gesicht stehen, kann das Bild fast nichts geben. Und das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist das Licht eben ziemlich hart, das Gesicht wird also förmlich überstrahlt. Bitte? Ach so, ja genau, das ist so ziemlich der gegenteilige Effekt vom Gegenlicht, bei dem das Model unterbelichtet wird.

Dann dürfte das Model in der Regel, zumindest ein wenig, seine Augen zukneifen – Es wird ja schließlich von der Sonne geblendet. Zu guter Letzt wirkt das Model auf dem Foto aufgrund des Frontallichts relativ flach, da kaum Zeichnung und erst recht keine Schatten vorhanden sind. Natürlich kommt uns die lange Schnauze vieler Hunde hier etwas zu gute… Aber wir müssen ja auch nicht übertreiben, oder?

 

Fazit

Halten wir also fest: Die Sonne gibt uns viele kreative Möglichkeiten, macht uns allerdings auch oftmals das Leben schwer. Was ist nun also die Lösung?

Viele Fotografen ziehen es vor, bei Bewölkung zu fotografieren. Bewölkung hat allerdings zwei gravierende Nachteile. Zum einen haben wir keinen Prozentregler, mit dem wir die Dichte der Wolken bestimmen können und zum anderen nimmt sie uns wertvolles Licht, das wir für möglichst kurze Belichtungszeiten brauchen. Das macht den Bock bei einem Portrait zwar noch nicht fett, bei einem Actionshooting, wenn wir den Hund im Lauf fotografieren wollen, sind wir allerdings auf Belichtungszeiten von 1/1000 Sekunde oder kürzer angewiesen, um den Hund scharf abbilden zu können.

Und was heißt das jetzt für unser Shooting, wenn es die optimale Situation nicht gibt? Ganz einfach: Es kommt darauf an, was wir draus machen. Manches lässt sich technisch lösen, manches bei der Bildbearbeitung und manches gar nicht.

Andererseits gibt uns das wiederum die Möglichkeit, neue kreative Möglichkeiten zu entdecken.

Und abgesehen davon halten wir uns einfach an die alte Fotografenweisheit:

Zwischen 11 und 3 hat der Fotograf frei. 

Pascal

Pascal

Pascal schreibt und fotografiert für sein Leben gerne. Er ist das kreative Kind hinter diesem Blog und leiht Benji ab und an seine Stimme...

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