Pascal

Pascal

Autor | Fotograf | Spaßvogel

- Der Belgische Schäferhund -

Schäferhunde. Wer an Schäferhunde denkt, dem kommt womöglich gleich der typische Deutsche Schäferhund in den Sinn – Eine der bekanntesten Rassen. Heute wollen wir uns aber nicht mit dem deutschen, sondern mit den belgischen Schäferhunden beschäftigen.

Gezüchtet wurden die belgischen Schäferhunde ab 1891 – und zwar nach umfangreicher Bestandsaufnahme gleich in vier verschiedenen Unterarten:

-dem Groenendael

-dem Laekenois

-dem Malinois

-dem Tervueren

Während man dreien von ihnen ihre Artverwandschaft bereits auf den ersten Blick ansehen, ja zumindest zutrauen mag, sieht die Sache beim Laekenois nicht ganz so eindeutig aus. Zwar deutet die Kopfform noch am ehesten auf einen Schäferhund hin, sein raues Fell hingegen will nicht so ganz ins Bild passen. Abgesehen vom Fell des Lakenois ähneln sich die Belgier ansonsten recht deutlich. Sowohl der Tervueren als auch der Groenendael bestechen durch ihr langes Fell, der Malinois hingegen trägt seines deutlich kürzer.

Die Fellfarben

Hat man sich erstmal für einen Belgier generell entschieden, dürfte neben Länge und Beschaffenheit des Haarkleids, die Färbung eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entscheidung zwischen den vier Belgiern spielen.

Während der Laekenois bei der Beschaffenheit also sein eigenes Ding durchzieht, ist es bei der Farbe der Groenendael. Als einziger unter seinen Brüdern (Gleich kommt sicher die Genderpeitsche) trägt er ein schwarzes Fell, während es seine Artverwandten farbenfroher angehen. Malinois, Tervueren und Lakenois kommen von Rot-Bräunlich bis hin zu falbfarben (Ja, die Farbe gibt es wirklich) vor.

Abgesehen von der Optik wird bei den Belgiern allerdings auch auf den Charakter Wert gelegt. All dies wird von den drei großen deutschen Zuchtverbänden Belgische Schäferhunde Deutschland e. V. (BSD), Belgische Schäferhunde Berlin e. V. sowie Deutscher Klub für belgische Schäferhunde e. V. (DKBS) kontrolliert. So darf beispielsweise nur mit solchen Hunden gezüchtet werden, die bei der Körung frei von aggressiven Auffälligkeiten waren. (Unter der Körung versteht man die Zulassung zur Zucht unter Berücksichtigung entsprechender Kriterien)

Die Zucht

Die belgische Schäferhundzucht ist Ende des 19. Jahrhunderts auf Initiative beziehungsweise Mitwirkung von Prof. Reul bestimmt und aufgebaut worden, um dem »Chaos«, das aus der wilden Verpaarung vieler an sich unterschiedlicher Hüte- und Treibhunde in Belgien entstanden war, Herr zu werden. Herr zu werden, beziehungsweise um sich zunächst einen Überblick über den aktuellen Stand zu verschaffen. Tatsächlich wurden hierzu 117 Hunde vorgestellt, 40 davon dann für das Zuchtprogramm ausgewählt.

Aus dieser Bestandsaufnahme heraus entstand die heute bekannte, einheitliche Optik der jeweiligen Unterarten, die dem *Bauernvolk* bis dahin recht egal gewesen sein dürfte.

Verständlicherweise zählte für sie damals doch lediglich, dass der Hund ein gutes Arbeitstier war. Wir reden ja immerhin vom 19. Jahrhundert, wo das ja auch deutlich mehr Sinn gemacht hat, als Wert auf einen »schön-geföhnten« Hofhund zu legen, der den Hof kaum bewachen konnte.

Der belgische Schäferhund an sich erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was unter anderem daran liegt, dass der Deutsche Schäferhund in der Vergangenheit sehr unter seiner Zucht gelitten hat. Während die Züchter beim Belgier weiterhin viel Wert auf die Gebrauchsfertigkeit (Auch ein tolles Wort, oder?) legen, ging der Trend beim Deutschen Schäferhund seit Anfang der 1990er Jahre verstärkt dahin, sie fast ausschließlich nach der Optik zu züchten.

Leider bedeutete das allerdings, dass die armen Hunde immer mehr Schwierigkeiten mit ihren Hüftgelenken bekommen haben. Noch dazu lähmt der nach hinten abfallend gezüchtete Rücken die Vitalität der Deutschen Schäferhunde, was kaum verwunderlich ist, wenn man sich den Körperbau eines »gesunden« Hundes und den eines so gezüchteten Schäferhundes einmal anschaut.

Und so hat der belgische Malinois den Deutschen Schäferhund bei den meisten Hundestaffeln der deutschen Polizei inzwischen abgelöst.

Um den Trend wieder ein wenig umkehren zu können, greifen einige Züchter inzwischen vermehrt zu ostdeutschen Schäferhunden, da diese dem ursprünglichen Rassestandard noch weitestgehend entsprechen.

Schon interessant, was bei der Zucht in nur wenigen Jahrzehnten so alles möglich ist, oder?

Größe und Gewicht

Kommen wir zurück zu unseren Belgiern. Diese werden im Durchschnitt 58 cm (Hündinnen) beziehungsweise 62 cm (Rüden) groß. Die angegebene Größe bezeichnet dabei die Widerristhöhe. Laut Wikipedia bezeichnet der oder die (oder das?) Widerrist »den erhöhten Übergang vom Hals zum Rücken eines Vierbeiners«. Wieder was gelernt.

Das Gewicht beträgt in der Regel zwischen 20 und 25 KG (Hündinnen) beziehungsweise 25 und 30 KG (Rüden).

Gesunde Belgier erreichen ein Alter zwischen 10 und 15 Jahren.

Der Charakter

Während sich Fellfarbe, Größe und Gewicht recht sachlich feststellen lassen, geht die Meinung beim Charakter ein wenig auseinander.

Von »absoluter Familienhund« bis hin zu »definitiv kein Anfängerhund« ist so ziemlich alles enthalten. Und tatsächlich ist auch an allem etwas dran.

Während der Belgier allgemein sehr liebevoll und anhänglich ist, kann er auf der anderen Seite auch schnell mal eben euer Wohnzimmer »zerlegen«, wenn er alleine gelassen wird – vor allem, wenn er es noch nicht gewohnt ist. Der Belgier ist eben ein sehr temperamentvoller Vertreter. Auf der anderen Seite kann das »zerlegte Wohnzimmer« aber auch das Resultat von mangelnder Auslastung sein.

 Doch keine Sorge: Der Belgier meint es nicht böse, er will bloß beschäftigt werden. Deshalb ist er auch eher für den Landsitz mit Auslauf als für die Stadtwohnung ohne Garten geeignet. Es sei denn… Ja es sei denn ihr wollt ihn als Sporthund ausreichend auslasten.

So oder so werdet ihr an eurem Belgier viel Spaß haben!

Wir sprechen aus Erfahrung 🙂

Pascal

Pascal

Pascal schreibt und fotografiert für sein Leben gerne. Er ist das kreative Kind hinter diesem Blog und leiht Benji ab und an seine Stimme...

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